Archive for Januar, 2012

Matschwinter

Dienstag, Januar 10th, 2012

Khorsheet mit Kandare und Kappzaum

1068km, davon 233 geritten. Jetzt bin ich sie schon dreimal alleine geritten, „die Kleine„, „mein Ponychen„.

Sie ist richtig abenteuerlustig, hat aber auch ihren eigenen Willen. Sonntag musste ich sie leider dreimal durch Pfützen reiten weil ihre Abneigung, um alles nasse herumzulaufen, langsam zu einer rutschigen Angelegenheit wird. Sie hat aber auch recht: alles ist nass, nass, nass. Über etwas Frost wäre ich langsam froh. Über Schnee sowieso.

Sie mit dem Bosalersatz zu reiten klappt wirklich gut. Sie lässt sich auch damit biegen und trägt den Kopf schon viel besser. Wenn sie zuviel am Strick gezupft bekommt kann sie schon mal genervt den Kopf zur Seite drehen, tut das aber wirklich selten. Eher schiesst im Galopp mal der Kopf hoch, so Trinker der Lüfte-mäßig, aber wirklich nur aus Übermut und Lebensfreude… ich zupfe sie nicht in Haltung, das geht mit Bosal auch gar nicht. Sie soll die zweckmässigste Haltung selbst herausfinden; ich geb ihr bloß Hinweise. Wo es vom Geläuf her geht, üben wir kurzen Galopp. Soweit sie den selber gehen will. Winter ist ja Schrittreitzeit. Der alte Abercrombie Triple-T, Ligeira’s früherer Wettkampfsattel, scheint ihr gut zu passen und ist eine geeignete Unterstützung zum präzisen Reiten. Soweit sind wir schon! Wie ich Susanne am Freitag auf dem Stammtisch schon sagte: Wir sind noch am Anfang, aber sie kann schon mehr als die meisten Pferde!

Ich rede viel mit ihr, und sie hört mir zu. Im Gelände hat sie schon richtig Spaß an fremden Wegen und richtig komplizierten Sachen mit umgefallenen Holz. Und denkt dabei so weit voraus dass man selber auch schon ganz fix mit dem Kopf sein muss damit sie einem die Entscheidungen nicht abnimmt. Kein Beamtenpferd!

Sonntag abend habe ich ihr probehalber die bewegliche Kandare ins Maul gelegt. Die langen Ösen des spanischen Zaums erlauben hier wunderbar noch das Unterlegbosal zusätzlich mit einzuschnallen um wie gehabt mit Neckreining/ indirektem Zügel zu reiten, wobei man anfangs die Kandarenzügel bloss lose mitnimmt. Sieht sehr gut aus am Pferd. Mal wieder zwischen allen „Stilen“, aber was soll’s, das Pferd ist wichtiger als solche Fragen. Ich habe daraufhin gestern die schönen alten Kandarenzügel aus der Asservatenkammer geholt und mit Liebe eingefettet. Die sind so dünn und haben so fragile Karabinerchen dass ich Natascha damit nie reiten mochte, weil die doch eine deutlich festere Anlehnung sucht, selbst auf Kandare. Eigentlich eine Kleinigkeit, und dann habe ich gemerkt, wieviel mir an ihnen liegt. Ich habe so ein Gefühl, meine Khorsheet könnte auch so ein wunderbares Pferdchen werden dass man am Seidenfaden reiten kann wie meine Ligeira…