Archive for März, 2012

Mit Kandare!

Freitag, März 30th, 2012

Nach sechsmonatigem Reiten (600 gerittene KM) hab ich es jetzt nochmal mit Kandare probiert: die bewegliche C-Stange, und mit einem zusätzlichen Paar Trensenzügel: Extra angefertigt in der Länge zu den Kandarenzügeln passend.

Ich hatte einen halben Ritt lang Kampf mit ihr, weil sie merkte dass sie mit diesem Gebiß nicht mehr herumspringen kann wie sie möchte und ich als Reiter Kontrolle über ihren Hals habe. Ein paarmal riß sie übel den Kopf ganz nach oben und machte Anstalten bockig zu werden, aber ich ritt sie einfach ruhig vorwärts, ohne sie mit den Zügeln festzuhalten. Und sie da, plötzlich war es gut.

Und nun habe ich das mit feinsten Hilfen zu reitende Pferd. Nicht nur allein das Wegspringen ist verschwunden. Da ist es wieder, ein Pferd dessen Maul man spürt, das am Zügel geht obwohl dieser 5cm durchhängt. Das hatte ich zuletzt vor 10 Jahren – wie sehr hat mir das gefehlt… Das nenne ich Anlehnung, das nenne ich reiten! Ein Bindfaden statt des Zügels würde auch genügen!

Letztes Wochenende waren wir mit Zahra und Quarta am Hubertushof, und sie war wirklich souverän. Ruhiger Galopp, kein Problem!

Vor 20 Jahren hab ich es das erste Mal erlebt dass man feine, sensible Pferde mit Kandare und 4 Zügeln wirklich gut reiten kann. Seitdem wiederholt sich das irgendwie immer wieder. Ich wollte eigentlich gar nicht dahin. Es wär doch auch was gewesen dies Pferd nur auf Knotenhalfter zu reiten. Aber der Unterschied an Feinheit, an Kontrolle ist einfach zu deutlich. Es gibt nichts wirklich reiterlich neues unter der Sonne. Wer lang genug geht steht irgendwann wieder vor seinen eigenen Fußstapfen.

Zwischenbericht Anfang März

Montag, März 5th, 2012

Am Wochenende war ich das erste Mal probehalber mit SwissHorseBoots mit ihr unterwegs (15km). Für kleines Geld mal auf einem Reiterflohmarkt gekauft, damals ohne ein Pferd worauf sie passen (Gr. 1, ca. 12cm). Sie sind mit Einlagen schon leicht assymetrisch angepasst; heute gibt es Größen für rechts und links. Khorsheet passen sie bestens während die Easyboots (neue) Gr. 1 zu groß sind. Sie geht noch immer gut auf steinigem Boden und ich muss sie immer noch an die Wegränder „bitten“. Aber mit schon rund 200km pro Monat kann das nicht so ewig weitergehen ohne Hufschutz, selbst mit ihren steinharten Hufen…

Ansonsten reite ich sie im Moment mit Ligeira’s altem Parellihalfter. Der Zügelstrick ist auch dünner geworden, weil sie mir gezeigt hat dass der dicke ihr zu grob und schwer ist. Sie reagiert auf immer feinere  Hilfen, ich habe gar nicht das Bedürfnis sie mit „mehr“ zu reiten. Aber wenn ich sie zu deutlich zu Galopp auffordere quittiert sie das mit Ohrenanlegen. Sie legt Wert auf ihre Freiheit: nicht nur ihren Kopf zu tragen wie sie möchte sondern auch „selbst“ über Gangarten zu entscheiden – auch das kenne ich irgendwoher..!

Am Donnerstag bin ich erstmals eine Strecke von ca. 25km mit ihr alleine unterwegs gewesen. Das beste Pferd, wenn man sie unterwegs dabeihat… sie ist nicht schenkelscheu, lässt sich wunderbar und mit leichtestem Einsatz vorwärtsreiten. Im Straßenverkehr, oder wenn Hunde auf sie zuspringen hat sie Nerven wie Drahtseile, im schwierigstem Gelände geht sie auf kleinste Hilfen durch dick und dünn, hat sich noch nie eine Schramme geholt. Klar, sie ist immer noch ein bißchen guckig bei albernen Sachen wie Baumstämmen neben den Wegen – damit muss man wohl leben bei einem Pferd das so leichtfüssig und perfekt ausbalanciert ist… in nullkommanix hat sie abgestoppt und die Nase am Boden, um das merkwürdige Ding wie ein Wild auszuwittern… ein Pferd mit weniger perfektem Gebäude und einem Bremsweg wie ein D-Zug käme nie auf solche Gedanken!